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Fragekartei ADV

Kennzahlen zu den fünf Fragebogen des Atlas der deutschen Volkskunde (1930–1935), berechnet aus dem Datenmodell der Fragekartei. Werte in den Tabellen sind Anzahlen; die Farbtiefe folgt dem größten Wert der jeweiligen Tabelle.

243Fragen
772Unter- und Unterunterfragen
1.242Antwortfelder auf den Karten
213gedruckte Karten
61Themen in 10 Bereichen

Die Fragebogen

Umfang der Fragebogen
I1930II1931III1932IV1933V1935
Fragen5050505043
Unter- und Unterunterfragen73124165242168
Antwortfelder205165211369292
Unterfragen je Frage1.52.53.34.83.9
Antwortfelder je Frage4.13.34.27.46.8

Die Farbe skaliert über die ganze Tabelle; die Quotienten sind darum blass. Ab Bogen IV werden die Karten dichter: mehr Unterfragen und Felder je Frage.

Themenbereiche je Fragebogen (Primärthema der Hauptfragen)
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
Jahreslauf102161·29
Lebenslauf721815345
Arbeit und Wirtschaft81862·34
Haus und Gerät69·2·17
Nahrung·414312
Gemeinschaft und Umgangsformen7173119
Kirche und Heiligenverehrung210·1·13
Volksglaube722211345
Sprache und Redensarten32·12127
Metafragen····22

Bogen I–III fragen nach Jahres- und Lebenslauf, Arbeit und Hausrat; Bogen IV nach Tod, Geistern und Zauber; Bogen V fast nur nach Redensarten und Omen.

Wie gefragt wird

Frageform je Fragebogen
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
Einzelfrage20951·35
Stamm mit Unterfragen1918441762
Unterfragen ohne Stamm512394021117
Matrixfrage51115426
Teilfragen ohne Buchstaben1·1·13
Alternativen (oder)74·1113
Verzweigung (wenn ja/nein)·21··3
Fortsetzungskarte····55

Eine Frage kann mehrere Formmerkmale tragen (z. B. Matrixfrage mit Alternativen). Ab Bogen III beginnen die meisten Karten ohne gemeinsamen Stamm direkt mit a).

Wie die Karte die Antwort vorgibt: Antwortfelder nach Layout
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
Freiraum1159163177176586
Tabelle1216939145116490
Antwortlinien35··25·60
ja — nein3322···55
Beiblatt2·411·17
Unterstreichen·1131·15
unbekannt···8·8
Zeichenfeld2121·6
Skizzen zum Ankreuzen13···4
Lückentext···1·1

Das gedruckte „ja — nein“ zum Streichen gibt es nur in Bogen I und II. Danach dominieren Freiraum und Tabelle.

Was erfragt wird: erwartete Antwortart je Fragebogen
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
ja/nein3934724715207
Bezeichnung2346486619202
Beschreibung12203710329201
Wortlaut134920113159
Zeitpunkt413159·41
Auswahl311137539
Person22417227
Aufzählung3468223
Anzahl1392419
Ort21110·14
Zeichnung2246·14
Anlass2·34110

Frageelemente (Haupt- und Unterfragen) mit dieser Antwortart; ein Element kann mehrere haben. Die zwölf häufigsten Arten. Bogen V verlangt fast nur noch den Wortlaut von Redensarten.

Was erfragt wird: Facetten nach Wiegelmann und Zender

Fünf Unterscheidungen aus der volkskundlichen Literatur, je Hauptfrage zugeordnet nach der erfragten Erscheinung. Die Zuordnung ist ein Vorschlag (Claude, Oktober 2026), von Hand geprüft sind bisher 0 Fragen.

Günter Wiegelmann, Grundlagen der europäischen Ethnologie, S. 14–17

Werte mit „(ergänzt)“ stammen nicht von Wiegelmann, sondern fangen Fragen auf, für die seine Unterscheidung nicht greift.

„Das einzige Prinzip, welches eine einigermaßen klare Zweiteilung bewirkt, ist der Unterschied zwischen Kulturgütern und Handlungen.“ (Wiegelmann, S. 15)
Kulturgut oder Handlung je Fragebogen
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
Kulturgut1227105·54
Handlung22143022795
Kulturgut und Handlung6786·27
weder (Vorstellung, Redensart) (ergänzt)1022173667

Kulturgüter erfragt vor allem Bogen II (Hausrat, Milchwirtschaft, Wagen), Bogen V gar nicht mehr. Dort gelten fast alle Fragen Redensarten und Vorzeichen (weder Gut noch Handlung).

„Das Zeittypische und das regional Gültige wird man am ehesten bei den öffentlichen Gütern und Handlungen antreffen. Je kleineren Gruppen die Kulturäußerungen zugehören, je geheimer sie also sind, umso eher haben sie eine Chance, unbeeinflußt von den wechselnden Zeitmoden und Meinungen zu bleiben.“ (Wiegelmann, S. 16–17)
Gemeinschaftsstellung je Fragebogen
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
öffentlich3023106170
Gruppe22137·24
Haus und Familie14232617787
geheim, individuell·1·7311
unbestimmt (ergänzt)411133251

Der Anteil des Öffentlichen sinkt von Bogen I zu Bogen V stetig. Geheimes, bei Wiegelmann das Beständigste, erfragt der ADV kaum, und wenn, dann in Bogen IV (Besprechen, Zauber, Totenglaube).

„Beim täglichen Einerlei prägt sich das unreflektierte Tun durch die Länge und Häufigkeit der Realisierung, durch die tägliche Wiederholung des Gleichen zweifellos in eigener Art ins Unbewußte ein. […] Ganz anders ist es bei den festlichen Höhepunkten: Sie können zwar nur kurze Realisierungszeiten aufweisen, aber diese Erlebnisse strahlen in das übrige Leben aus.“ (Wiegelmann, S. 17)
Realisierungshäufigkeit je Fragebogen
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
täglich183264161
in Intervallen201341244102
anlassgebunden (ergänzt)51·151435
unbestimmt (ergänzt)74372445

Das tägliche Einerlei steht fast nur in Bogen I und II. Bogen III fragt nach festlichen Höhepunkten, vor allem im Lebenslauf (Taufe, Hochzeit, Begräbnis).

Matthias Zender, Atlas der deutschen Volkskunde, Neue Folge, Erläuterungen, S. 8

Zender ordnet die Fragen rückblickend in sechs Sachgruppen einer „kulturhistorisch ausgerichteten Volkskunde“ und zwei Gruppen der Gegenwart, alltägliches Leben und Leben der Gemeinschaft. Quer dazu nennt er Haupt- und Unterfragen zu „Erscheinungen des modernen und auch des städtischen Lebens“. „Modern (Zender)“ heißt: bei Zender genannt; „modern (ergänzt)“: vergleichbar, aber von diesem Projekt ergänzt. Die Stichwörter seiner Aufzählung (z. B. Krautwisch, Kinderwiege, Gesindewechsel) stehen in der Fragekartei kursiv neben dem Thema.

„Die Bogen enthalten vor allem Fragen nach den üblichen Sachgruppen, wie sie die Volkskunde der Vergangenheit behandelte […]. Neben diesen Fragen einer kulturhistorisch ausgerichteten Volkskunde, die natürlich in vielen Fällen außerdem noch Gegenwartsbedeutung haben, treten andere des alltäglichen Lebens […]; dann Fragen nach dem Leben der Gemeinschaft.“ (Zender, S. 8)
Sachgruppe je Fragebogen
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
Jahresbrauchtum143212·40
Lebenslauf721714343
kirchliches Brauchtum31021·16
Volksglaube722231549
Wortgeographie59·12136
Sachkunde81613·28
alltägliches Leben5612216
Leben der Gemeinschaft1264215

Sachkunde steht fast nur in Bogen I und II; was Zender „bedauerlicherweise“ zurücktreten sieht, betrifft also die späteren Bogen. Bogen III fragt nach Jahres- und Lebenslauf, Bogen IV nach Volksglauben und Tod, Bogen V nach Redensarten (hier Wortgeographie) und Vorzeichen.

„In vielen Fällen beziehen sich Hauptfragen oder Unterfragen auf Erscheinungen des modernen und auch des städtischen Lebens (Geschenke an Schulneuling, Muttertag, Adventskranz, silberne und goldene Hochzeit, Gesangverein, Kartenspiel, Vorbedeutung aller Art, Tischsitten, Namensgebung, Traumbüchern, Todesanzeigen und viele andere).“ (Zender, S. 8)
Modernes und städtisches Leben je Fragebogen
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
modern (Zender)··721524
modern (ergänzt)·15··6

Moderne und städtische Erscheinungen erfragen erst Bogen III (Schulanfang, Adventskranz, Muttertag, Vereine, Kartenspiel) und Bogen V. Dort sind die Vorzeichen des Alltags gezählt, die Zender als „Vorbedeutung aller Art“ nennt; diese Lesart ist eine Entscheidung dieses Projekts.

Im Atlas kartiert

Kartierte Fragen je Fragebogen
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
Alte Folge (1937–1939)173141·35
Neue Folge (1958–1979)25414227

62 der 243 Fragen sind im gedruckten Atlas kartiert, 0 davon in beiden Folgen. Die Alte Folge konzentriert sich auf Bogen I und III, die Neue Folge auf Bogen IV (Tod, Begräbnis, Wöchnerin, Nachzehrer).

Atlaskarten je Fragebogen
I1930II1931III1932IV1933V1935gesamt
Alte Folge (1937–1939)5217464·119
Neue Folge (1958–1979)32215933136

Karten mit Teilkarten (z. B. 8a–8d) einzeln gezählt. Dazu kommen 9 Grund-, Raster- und Hilfskarten ohne einzelne Frage. Die Alte Folge (Lieferungen 1–5, Karten 1–100) ist von der Universität Erlangen-Nürnberg digitalisiert, die Neue Folge nicht.

Themen und Verweise

Die 15 häufigsten Themen (Hauptfragen, Primärthema)
Vorzeichen, Omen und Traumdeutung18
Volksphysiognomik9
Begräbnis8
Geister und Dämonen8
Hochzeit8
Kirchliche Weihen und Umgänge8
Milch und Butter8
Spott- und Scherzbezeichnungen8
Weihnachten7
Wohnen und Einrichtung7
Herbstbrauch (Leonhard, Martin)6
Wagen und Zuggeschirr6
Ernte und Drusch5
Getreidebau und Aussaat5
Gruß und Anrede5

61 Themen insgesamt; 9 davon sind Primärthema genau einer Frage.

Querverweise zwischen Fragen
Geltungsbereich30
thematisch (redaktionell)28
Fortsetzung5
Textverweis4
intern2

Fragen zum „Geltungsbereich“ (209, 228, 229, 236 d) fragen, ob man sich nach den zuvor berichteten Meinungen richtet – ein Novum in Bogen V. „Thematisch“ sind redaktionelle Bezüge.

Pilot: transkribierte Antworten

Wie geantwortet wird: 203 Antworten auf 50 Pilotkarten
Text151
Auslassungsstrich29
gedrucktes Beispiel unterstrichen9
gedruckter Text gestrichen7
Zeichnung3
Verweis2
„Nichts“2

Pilot: Bogen V vollständig und Fragen 193–200, je Frage eine Beispielkarte. Auch Auslassungsstriche, Unterstreichungen und Streichungen sind Antworten.

Zweitlesung durch Gemma4: stimmt sie mit der Erstlesung überein?
bestätigt (≥ 80 % Zeichenübereinstimmung)teilweise (50–80 %)abweichend
Erstlesung sicher (61)4678
Erstlesung unsicher (89)243629

Textantworten der Pilotkarten. Unabhängige zweite Lesung mit gemma4-31b-it (innkube, Uni Passau). Abweichungen markieren Stellen zur Prüfung am Digitalisat; das Modell übernimmt mitunter gedruckte Beispieltexte statt der Handschrift.